Was machen die Pedale und Hebel der Pedal Steel Gitarre ?
A-, B-, C-Pedal und Knie-Hebel einfach erklärt
Dieser Artikel gehört zur Kategorie „Entdecken“ im Pedal Steel Signature System.
Hier geht es um die ersten Schritte: das Instrument kennenlernen, den Klang verstehen und den Einstieg finden. Wenn du wissen willst, wie die Pedal Steel funktioniert und was sie so besonders macht, bist du hier richtig.
Der erste Blick – und viele Fragen
Wenn man das erste Mal vor einer Pedal Steel Gitarre sitzt, ist die Reaktion meist dieselbe:
viele Saiten, viele Pedale, dazu noch Hebel unter dem Instrument. Und dann die große Frage:
„Was macht eigentlich was?“
Genau das wollen wir in diesem Artikel klären. Denn wer versteht, wie Pedale und Knie-Hebel funktionieren,
versteht auch den einzigartigen Klang und die Ausdruckskraft dieses Instruments.
Wie Pedale und Knie-Hebel zusammenarbeiten
Die Pedal Steel ist so besonders, weil sie bewegliche Tonhöhen erzeugen kann.
Anders als bei einer Gitarre, bei der jede Note fest durch die Fingerposition bestimmt ist, verändern hier Pedale und Hebel die Stimmung einzelner Saiten – während du spielst. Das heißt:
- Du trittst ein Pedal → eine oder mehrere Saiten werden höher oder tiefer gestimmt.
- Du bewegst einen Knee-Lever → einzelne Töne ändern sich ebenfalls, meist um einen Halbton.
Diese Kombination ermöglicht das, was den Pedal-Steel-Sound so unverwechselbar macht: fließende Übergänge zwischen Akkorden und Melodien, statt harter Tonwechsel.
Die drei Hauptpedale im E9-Tuning: A, B und C
Die meisten Pedal Steels mit E9-Tuning besitzen drei Hauptpedale. Sie werden mit dem linken Fuß bedient und wirken auf verschiedene Saiten.
A-Pedal – Bewegung von Dur zu Terz
- Wirkung: hebt die 5. und 10. Saite (B) um einen Ganzton auf C#
- Klangwirkung: schafft eine Dur-Terz über der Grundnote
- Musikalische Funktion: bildet den Wechsel vom I-Akkord zum IV-Akkord
- Praxisbeispiel: Wenn du das A-Pedal langsam trittst, hörst du, wie sich der Akkord „öffnet“ – das ist einer der typischsten Pedal-Steel-Sounds überhaupt.
Das A-Pedal ist sozusagen das Herzstück der Akkordbewegung auf der Pedal Steel.
B-Pedal – die Quinte in Bewegung
- Wirkung: hebt die 3. und 6. Saite (G#) um einen Halbton auf A
- Klangwirkung: verändert die Quinte des Akkords
- Musikalische Funktion: in Kombination mit dem A-Pedal ergibt sich die klassische I–IV-Verbindung
- Praxisbeispiel: Wenn du A + B gleichzeitig trittst, erzeugst du eine fließende Bewegung von E-Dur nach A-Dur (also I → IV).
Das Zusammenspiel von A und B ist der Kern des modernen Country- und Pop-Sounds.
C-Pedal – Melodische Bewegung und Erweiterung
- Wirkung: hebt die 4. Saite (E) auf F# und die 5. Saite (B) auf C#
- Klangwirkung: schafft melodische Linien über Akkordwechsel
- Musikalische Funktion: häufig für Übergänge, Voicings und Soli
- Praxisbeispiel: Ideal, um von einem Akkord in einen neuen harmonischen Bereich zu gleiten.
Das C-Pedal wird oft mit Knie-Hebeln kombiniert, um „bewegte“ Melodien in der oberen Lage zu spielen.
Die Knie-Hebel – Feine Kontrolle mit großer Wirkung
Unter der Pedal Steel befinden sich die sogenannten Knee-Levers (Kniehebel).
Sie werden nach links oder rechts gedrückt und ändern einzelne Töne um einen Halbton – nach oben oder unten. Die häufigsten Funktionen:
- E-Lower (E → Eb) | senkt die 4. & 8. Saite | ergibt Moll-Akkorde, spannungsvolle Übergänge
- E-Raise (E → F) | hebt die 4. & 8. Saite | erzeugt Subdominantenbewegungen
- D#-Lower / Raise | verändert die 2. Saite | ermöglicht chromatische Linien
- B-Lower (B → Bb) | senkt die 5. & 10. Saite | erweitert harmonische Möglichkeiten
- F#-Raise (F# → G) | hebt die 1. & 7. Saite | erzeut Blue-Notes
Knie-Hebel sind das Feintuning deines Spiels – sie geben dir Zugriff auf Halbtöne, Spannung und komplexe Akkorde.
Zusammenspiel von Pedalen und Hebeln
Die wahre Magie entsteht, wenn du Pedale und Hebel kombinierst.
Zum Beispiel:
- A + B + E-Lower → ergibt Moll-Akkorde
- B + E-Raise → erzeugt 7er-Akkorde
- A + C → führt zu erweiterten Voicings und jazzigen Klangfarben
Diese Kombinationen machen die Pedal Steel so vielseitig – vom klassischen Country-Sound bis zu Jazz, Ambient oder Pop.
Warum dieses Wissen entscheidend ist
Viele Einsteiger lernen zunächst Griffpositionen – aber wer versteht, wie die Mechanik arbeitet, spielt bewusster, kreativer und musikalischer. Pedale und Hebel sind nicht nur Technik, sie sind das Sprachsystem des Instruments.
Wenn du weißt, was sie tun, lernst du, Klang aktiv zu formen – und nicht nur Knöpfe zu treten.
Fazit: Bewegung als Sprache
Die Pedale und Knee-Levers der Pedal Steel Gitarre sind kein Selbstzweck, sondern Werkzeuge für Ausdruck. Sie verbinden Mechanik und Gefühl – und ermöglichen genau das, was diesen Klang so berührend macht: Bewegung im Ton. Wer ihre Wirkung versteht, legt die Grundlage für musikalische Freiheit auf der Pedal Steel.
"Durch die Zusammenwirkung von Pedalen und Hebeln entsteht der magische Pedal Steel Sound"
– Pedal Steel Gitarre
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